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Infusionszimmer

In unserem Infusionszimmer haben wir Ihnen einen Raum zum Entspannen geschaffen. Falsches Essverhalten oder auch angeborene Aufnahmestörungen des Magen-Darmtraktes führen häufig zu Mangel an Eisen und Vitaminen und muss ausgeglichen werden.

Von Dr. Elke Lehmann, 16 June 2017, 5 Jahre seither
Zuletzt aktualisiert von Admin User, 16 August 2018, 4 Jahre seither

    Eisenmangel - Syndrom oder Blutarmut

    Wir unterscheiden das Eisenmangelsyndrom und die Eisenmangelanämie, welches das Endstadium eines schweres Eisenmangels darstellt. Der Körper verfügt mit seinen 27 Prozent Reserveeisen über einen großen Vorrat an Eisen. Deshalb macht sich ein Eisenmangel nur langsam und allmählich bemerkbar.

    Normalerweise wird der tägliche Eisenverlust (abgeschilferte Zellen, Schweiss etc). mit der Nahrungsaufnahme ausgewogen. Eisen wird hauptsächlich im Zwölffingerdarm aufgenommen. Eisen (Ferritin, Fe) kann aus Fleisch, Milch, Käse, Leber, Eier oder auch aus Früchte, Getreide, Gemüse aufgenommen werden.

    Die tägliche Nahrungseisenzufuhr sollte je nach Alter und Geschlecht 10-15mg/Tag betragen. Die tatsächliche Aufnahme vom Körper beträgt lediglich ca. 1-1.5 mg Eisen/Tag. Ein über längere Zeit bestehendes Missverhältnis zwischen Eisenbedarf und Eisenaufnahme (negative Eisenbilanz) führt zur Entwicklung eines Eisenmangels.

    Mit 80% ist die Eisenmangelanämie die häufigste aller vorkommenden Anämien (Blutarmut). Vorwiegend Frauen sind davon betroffen. Dieser Umstand lässt sich vor allem durch einen erhöhten Bedarf an Eisen während der Menstruation, der Schwangerschaft und der Stillperiode erklären.

    Nicht selten weisen auch Kinder (vor allem Adoleszente) eine Eisenmangelanämie auf. Doch auch ca. 3% der Männer leiden an Eisenmangel.

    Ursachen des Eisenmangels

    Eisenverluste durch immer wieder auftretende Blutungen (sog. chronische Blutungen) sind die häufigste Ursache. Hypokaloriker (Wenig-Esser),  Veganer, Säuglinge, die lange nur mit Milch ernährt wurden, ältere Menschen, die sich einseitig ernähren, haben eine reduzierte Eisenaufnahme und gehören zur Risikogruppe.

    Folgende Umstände erfordern einen erhöhten Eisenbedarf:

    • Starke und häufige Monatsblutungen der Frau (z.B. auch bei Verhütung mit Spirale)
    • Häufiges Blutspenden
    • Kinder- und Jugendliche im starken Körperwachstum
    • Ausdauersportler
    • Schwangerschaft, Geburt
    • Grosse Blutverluste nach Operation oder Unfall

    Pathologischer (krankhafter) Eisenverlust

    • Häufiges Nasenbluten
    • Magengeschwüre
    • Krebs
    • Hämorrhoiden
    • Mangelnde Aufnahme des Eisens durch den Magen-Darm-Trakt (z.B. nach grossen Magenoperationen) oder beim Malassimilationssyndrom (Dünndarm kann Eisen nicht genügend resorbieren)
    • Häufige Durchfälle

    Krankheiten, die mit Eisenmangel einhergehen:

    • Malassimilationssyndrom (Dünndarm kann Eisen nicht genügend resorbieren)
    • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
    • Fibromyalgie

    Symptome

    Ein Eisenmangel im Frühstadium wird oft gar nicht wahrgenommen. Chronische Müdigkeit  und Erschöpfung könnten einen Hinweis auf einen Eisenmangel sein. Meistens wird der Eisenmangel bei einer Kontrolluntersuchung als Zufallsdiagnose entdeckt. Bei einem ausgeprägten Eisenmangel kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

    • Chronische Müdigkeit, Erschöpfungszustände
    • Schlafstörungen
    • Geringe Belastbarkeit, leichte Ermüdung und rascher Pulsanstieg bei körperlicher Tätigkeit
    • Verschwindende Lebenslust /Depressionen
    • Kopf-, Nackenschmerzen
    • Schwindelgefühle, Herzklopfen
    • Auffallende Blässe an den Lippen und Zahnfleisch
    • Brüchige Haare und Fingernägel
    • Betroffene frieren leicht
    • Konzentrationsschwierigkeiten

    Behandlung

    Jede Form von Eisenmangelanämie sollte behandelt werden. Ebenso müssen zu Grunde liegende Erkrankungen behandelt und „versteckte“ Blutungen aufgespürt werden.

    Wenn die Serum-Ferritin-Werte sehr erniedrigt sind, zeigt das, dass auch der Eisenspeicher leer ist. Dieser kann nur mit Nahrung allein nicht mehr gefüllt werden. Die Speicher müssen mit Eisenpräparaten gefüllt werden. Die Medikamente können in Form von Tabletten/Kapseln oder Sirup oral oder intravenös (in die Venen) oder intramuskulär (in die Muskeln, wird heute nicht mehr angeraten) verabreicht werden.

    Wichtig ist, dass die Tabletteneinnahmelange genug  angesetzt wird, damit sich der Eisenspeicher füllen kann (3-6 Monate). Gelegentlich kann es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verstopfung, Durchfall kommen. Hier muss die Dosierung angepasst werden oder der Eisenspeicher mit einer Infusion aufgefüllt werden.

    Präparate, die im Sinne eines Nahrungsergänzungsstoffes vergleichsweise geringe Mengen Eisen enthalten, sind deutlich weniger effektiv, d.h. die Behandlungsdauer wird dadurch sehr stark verlängert. In Fällen mit schwerem Eisenmangel sind diese Präparate nutzlos, der Speicher muss schnell gefüllt werden, intravenöse Medikamente müssen dann direkt in das Blutgefäss-System (Vene) gegeben werden.

    Richtige Ernährung zur Vorbeugung des Eisenmangels

    Am sinnvollsten ist es, leeren Eisenspeichern mit einer gezielten Ernährung vorzubeugen. Eine Überversorgung kann dabei in aller Regel ausgeschlossen werden. In Fisch, Fleisch und Fleischwaren kommt Eisen in einer leicht verfügbaren Form vor, als sogenanntes Häm-Eisen. Das Fleisch- und Fischeiweiß verbessert außerdem die Verfügbarkeit pflanzlichen Eisens. Gelegentlich kleine Fisch- und Fleischmahlzeiten (1-2 pro Woche) reichen bei einer ansonsten ausgewogenen Ernährung aus, um einem Eisenmangel vorzubeugen.

    Doch auch Vegetarier brauchen eine Eisenmangelanämie nicht zu befürchten, wenn sie fördernde und hemmende Begleitstoffe in ihrer Ernährung berücksichtigen. In pflanzlichen Lebensmitteln ist nichthämgebundenes Eisen enthalten, das meist in dreiwertiger Form (Fe3+) vorliegt. Vor der Aufnahme durch die Darmwand muß es zu zweiwertigem Eisen (Fe2+) reduziert werden. Reduzierende Begleitstoffe in der Nahrung, z. B. Vitamin C und Milchsäure, begünstigen daher die Verfügbarkeit. Vitamin C kann die Eisenverfügbarkeit aus pflanzlichen Lebensmitteln bis auf das Siebenfache steigern. Ein Glas Orangensaft oder Obst zu den Mahlzeiten wirken sich daher günstig auf die Eisenversorgung aus.

    Bestimmte Lebensmittel haben einen gegenteiligen Effekt und können die Eisenaufnahme hemmen, zum Beispiel Kaffee, schwarzer Tee oder Milch- und Milchprodukte. Sie sollten nicht gleichzeitig mit eisenreichen Mahlzeiten aufgenommen werden. Eisenreiche pflanzliche Lebensmittel sind beispielsweise Hülsenfrüchte, verschiedene Blattsalate, mehrere Kohlarten und Fenchel. Sojabohnen enthalten zwar auch viel von dem Spurenelement, doch ist die Verfügbarkeit durch das Sojaprotein stark vermindert. Vollkornprodukte tragen ebenfalls zur Eisenversorgung bei, obwohl sie hemmende Bestandteile wie Phytinsäure und Ballaststoffe enthalten.

    Ausgewogene, gesunde Ernährung (keine Einseitigkeiten): Fleisch, Geflügel Fisch, Hülsenfrüchte, Roggen, Grünblatt-Gemüse, Früchte sollten abwechslungsweise zum Speiseplan gehören.